ACO Selbstbau

ACO Self® Sickerbox
Regenwasserversickerung für Ihren Garten

Regenwassergebühren sind heute in fast allen Regionen üblich und belasten die Haushaltskasse jedes einzelnen Hausbesitzers. Wenn Sie anfallendes Regenwasser auf Ihrem Grundstück belassen und es nicht in die Kanalisation einleiten, können Sie diese Gebühren reduzieren, in manchen Regionen sogar gänzlich einsparen.

Mit der ACO Sickerbox haben Sie die Möglichkeit, das Regenwasser auf einfachste Weise auf Ihrem eigenen Grundstück zu versickern. Gleichzeitig unterstützen Sie den natürlichen Wasserkreislauf: Das Regenwasser, das auf den versiegelten Flächen Ihres Grundstücks ankommt, wird z. B. über eine ACO Entwässerungsrinne oder über einen ACO Hofablauf gesammelt und zur unterirdischen ACO Sickerbox geleitet. Dort versickert es den Bodenverhältnissen entsprechend nach und nach und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Zusätzlich entlasten Sie damit das öffentliche Leitungsnetz und verringern so die Gefahr eines Rückstaus.

Produktdaten

  • 205 l Fassungsvolumen
  • aus Polypropylen
  • inkl. Filtervlies
  • montagefreundlicher Bausatz
  • Anschluss an KG Rohr DN/OD 110 oder DN/OD 160
  • Abmessungen (cm): 60 x 60 x 60 (B x L x H)
  • Installation: Stecksystem
  • PKW-befahrbar (bitte Einbauanleitung beachten)
  • Art.Nr. 81032

Unser Zubehör

  • Revisionsschacht Oberteil inkl. Spannring und Abdeckung
    Anschlüsse: 3x DN (OD) 110 Zuläufe
    Höhe: 62,5cm, Ø 31,5cm
    Art.Nr. 10973

Seitenwand der ACO Self® Sickerbox

Wahlweise können DN (OD) 110 oder DN (OD) 160 Rohre angeschlossen werden. Hierfür einfach mit einem kleinen Sägeblatt (per Hand oder per Stichsäge) die Streben bis zur gewünschten Öffnung aussägen. Rohr anschließen. Fertig!

Bei größeren Sickeranlagen kann die empfohlene Belüftung auf gleiche Weise hergestellt werden.

  • Revisionsschacht Unterteil inkl. Boden
    Anschlüsse: 3x DN (OD) 110 Abläufe
    Höhe: 62,5cm, Ø 31,5cm
    Art.Nr. 10974


  • Schlammeimer
    Art.Nr. 10950

Sicherheit

Bei sämtlichen Arbeiten sind die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Des Weiteren sind bei Einbau, Montage, Wartung, Reparatur usw. die infrage kommenden Vorschriften und Normen zu berücksichtigen. ACO bietet ein Sortiment an Zubehörteilen, die alle aufeinander abgestimmt sind und zu kompletten Systemen ausgebaut werden können. Die Verwendung anderer Zubehörteile kann dazu führen, dass die Funktionsfähigkeit der Anlage beeinträchtigt und die Haftung für daraus entstandene Schäden aufgehoben wird.

Standortwahl

  • Der Abstand der Baugrube zu Gebäuden oder anderen festen Bauwerken sollte mindestens 1 Meter betragen
  • Der Mindestabstand von der Unterkante der Sickerwürfel zum höchsten Grundwasserspiegel beträgt laut ATV A 138 einen Meter
  • Der Mindestabstand zum Nachbargrundstück sollte mindestens 3 Meter betragen
  • Der Abstand zu größeren Bäumen sollte gleich dem Baumkronendurchmesser gewählt werden

sonstige Hinweise

  • Der Baugrubenboden sollte zur ordnungsgemäßen Verdichtung die Abmessungen der Sickerwürfel angemessen überschreiten.
  • (umlaufend mind. 40 cm)
  • Es wird empfohlen, vor den Sickerwürfeln einen Schacht zum Abfiltern/ Absetzen von Schmutzstoffen zu platzieren.
  • Das Zuleitungs-KG-Rohr sollte mit ausreichend Gefälle zum Sickerwürfel verlegt werden.
  • Die Sickerwürfel sollen vollständig mit Geotextil ummantelt sein. Werden mehrere Sickerboxen aneinander positioniert, so ist zur besseren Verteilung des Regenwassers das Textil an den Stoßseiten einzuschneiden.
  • Bei einer längeren Reihe von Sickerwürfeln ist am Ende die Platzierung eines Belüftungsrohres empfohlen.

Zusammenbau der Sickerbox

Pins ausbrechen

insgesamt 24 Stk je Box
hierfür eignet sich z.B. ein Seitenschneider

Seitenteile montieren

Jedes Seitenteil wird mit 4 Pins verbunden. Falls das Eindrücken mit der Hand nicht funktioniert, kann ein kleiner Hammer verwendet werden.

Ausschnitt Anschluss an KG Rohr DN/OD 110

Ausschnitt Anschluss an KG Rohr DN/OD 160

Anschlüsse vorbereiten

Die Öffnung für den Zulauf (und wenn gewünscht für eine Belüftung) je nach Auslegung DN (OD) 110 oder DN (OD) 160 mit einem kleinen Sägeblatt aussägen (von Hand oder mit einer Stichsäge).


Einbau eines Sickerwürfels

Einbau mehrerer Sickerwürfels

  • Der Grubengrund muss waagerecht und plan sein. Jegliche Fremdkörper wie Steine oder ähnliche Gegenstände sind aus der Grube zu entfernen. Ist dies gewährleistet, kann die Kiesschicht in einer Stärke von 8–10 cm aufgetragen werden. Es ist Rundkornkies mit Körnung 8/16 zu verwenden und anschließend glatt zu ziehen.

  • Die Sickerbox ist mit dem beiliegenden Geotextil-Mantel zu umhüllen. Sollten mehrere Boxen aneinandergestellt werden, so ist im Textil an den Stoßflächen jeweils eine Öffnung mit umlaufendem Randabstand von ca. 10 cm zu erstellen. So ist ein ungehinderter Wasserfluss durch die Boxen gewährleistet.

  • Der eingehüllte Würfel wird nun auf das Kiesbett platziert. Sollten mehrere Boxen verbaut werden, so sind diese direkt aneinander in einer Reihe aufzustellen. Der "Deckel" des Geotextils eines jeden Würfels sollte dabei über die nächste angrenzende Stoßfuge gelegt werden.

  • Für den Zulauf (und eine evtl. gewünschte Lüftung) ist das Geotextil so auszuschneiden, dass das jeweilige Rohr eng anliegend durch den Ausschnitt geführt und angeschlossen werden kann. Das Rohr wird ca. 15–20 cm in den Würfel eingeschoben. Falls notwendig kann das Rohr mittels PVC-Kleber befestigt werden.

  • Anschließend erfolgt das Verfüllen in Anlehnung an DWA A139. Es ist darauf zu achten, dass:
    • sich keine Fremdkörper in der Grube befinden
    • das Geotextil intakt bleibt und sich beim Verfüllen nicht verschiebt

  • Das steinfreie Verfüllmaterial muss verdichtungs- und versickerungsfähig sein und ist gleichmäßig umlaufend und 10-20 cm oberhalb in 20-40 cm Schritten einzubringen und zu verdichten. Hierfür ist nur leichtes bis mittelschweres Verdichtungsgerät zu nutzen (z.B. Vibrationsstampfer mit Dienstgewicht 30-60 kg). Darüber kann dann der ausgetragene Erdaushub verwendet werden. Füllen Sie die Grube bis zur Geländeoberfläche gleichmäßig in 20 cm Schritten auf und verdichten jeweils die einzelnen Lagen.

Wie viele Module der ACO Sickerbox brauchen Sie für Ihr Grundstück?

Die Anzahl der benötigten Module variiert nicht nur je nach Größe der zu entwässernden Fläche, sondern hängt auch vom Bodentyp ab. Denn Böden können unterschiedlich gut Wasser aufnehmen.

Einschätzung der Bodenart über einen Sickertest

Alle Versickerungsarten sind im Allgemeinen behördlich genehmigungspflichtig. Üblicherweise wird für die Berechnung zunächst der Regen von 15 Minuten Dauer zugrunde gelegt. Genauere Regenspenden können bei den Wasserwirtschaftsämtern erfragt werden. Ein Versickerungstest ist dennoch ratsam, da der Bauherr trotz Genehmigung stets in Eigenverantwortung handelt. Der Versickerungstest ermittelt die Wasserdurchlässigkeit des Bodens (Kf-Wert = Absinkwert):

1. Grube ausheben

50 x 50 x 50 cm
Geeigneten Platz für die Versickerung im Garten wählen, an dem sich keine Kabel oder Leitungen befinden.

2. Boden sättigen

Grube mit Wasser füllen und komplett versickern lassen um den Boden zu sättigen. Das ganze 3-mal wiederholen.

3. Pegelsenkung messen

Grube erneut mit Wasser füllen, diesmal halbvoll. Nach einer halben Stunde die Pegelsenkung messen.

Auswertung Ihres Ergebnisses

Vergleichen Sie den erhaltenen Wert mit den Werten aus der unten aufgeführten Tabelle zur Ermittlung des Speichervolumens.

angeschlossene Fläche (m2)BodenartPegelsenkung / ZeitKf-Wert (m/s)Anzahl Sickerwürfel
25grober Sandüber 15 cm / 30 Min.1*1031
25mittlerer Sandüber 5 cm / 30 Min.1*1043
25feiner Sandüber 15 cm / 90 Min.1*1055
50grober Sandüber 15 cm / 30 Min.1*1032
50mittlerer Sandüber 5 cm / 30 Min.1*1045
50feiner Sandüber 15 cm / 90 Min.1*1059
100grober Sandüber 15 cm / 30 Min.1*1034
100mittlerer Sandüber 5 cm / 30 Min.1*1047
100feiner Sandüber 15 cm / 90 Min.1*10511

Die Tabellenangaben beziehen sich auf eine Regenspende von 120 l/(ha*s) bei 15 min. Dauer und Überschreitungshäufi gkeiten n = 0,2/Jahr (5 Jahre Ereignis). Die angegebenen Volumina geben Anhaltswerte mit Reinhold'schen Regenreihen, die nach dem aktuellen Arbeitsblatt 4138 gemäß ATV-DV\I1/K überprüft werden sollten.

Geld sparen und der Umwelt helfen

Städte und Gemeinden erheben Regenwassergebühren für versiegelte Flächen. 1,81 €/m2 pro Jahr sind keine Seltenheit. Für 125 m2 Fläche können somit bis zu 226 € im Jahr anfallen. Viele Kommunen entlohnen private Haushalte für die Installation einer Versickerungsanlage, weil dadurch das städtische Kanalnetz bei Starkregenereignissen entlastet wird. Dieser Ansatz hilft, den Grundwasserspiegel wieder aufzufüllen und verringert die Gefahr von Überschwemmungen.

Gesplittete Abwassergebühr

Der Grund für die möglichen Einsparungen ist die gesplittete Abwassergebühr. In Deutschland wird aktuell auf kommunaler Ebene die Abwassergebühr neu strukturiert. In der neuen gesplitteten Abwassergebühr wird neben den Kosten für Schmutzwasser, die Kosten für Niederschlagswasser (ablaufendes Regenwasser von versiegelten und befestigten Flächen) separat berechnet.

Versiegelte Flächen

Die Niederschlagwassergebühr wird anhand der versiegelten und bebauten Flächen, die an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind, berechnet. Die Flächen eines Grundstückes werden in vier Kategorien eingeteilt:

  • vollversiegelte Flächen
  • stark versiegelte Flächen
  • wenig versiegelte Flächen
  • unversiegelte Flächen

Diese Klassifizierungen haben einen Einfluss auf unterschiedliche Versiegelungsfaktoren, die zur Berechnung der Gebühren verwendet werden. So werden beispielsweise die vollversiegelten Flächen zu 100% in die Kanalisation eingeleitet. Im Umkehrschluss wird dementsprechend die Fläche ebenfalls zu 100% in der Berechnung mit einbezogen. Wenig versiegelte Flächen, wie Porenpflaster, wird deutlich weniger in Berücksichtigt. Diese Faktoren sind jedoch von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

Fazit

Daher ist es wichtig, dass Sie bei einem Einbau einer ACO Self® Sickerbox mit ihrer zuständigen Behörde in Verbindung setzen um zu prüfen, wie viel Gebühren Sie einsparen können. Fragen Sie Ihre zuständige Gemeinde, welche Zuschüsse es bei Ihnen gibt.

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